Behördenaktion gegen illegale Online-Glücksspielbetreiber: Durchsuchungen und Vermögenssicherungen in Frankfurt und Umgebung

Drew Braun · Sep 23, 2026

Behördenaktion gegen illegale Online-Glücksspielbetreiber: Durchsuchungen und Vermögenssicherungen in Frankfurt und Umgebung

Polizeirazzia in Frankfurt im Zusammenhang mit illegalen Online-Casinos

Deutsche Ermittlungsbehörden unter Führung der Staatsanwaltschaft Frankfurt haben im Rahmen einer koordinierten Operation elf Objekte in Frankfurt, der Rhein-Main-Region sowie in Köln durchsucht, wobei die Maßnahmen auf fünf verdächtige Personen zielten, die seit mindestens Juli 2021 unzulässige Online-Glücksspielangebote hauptsächlich im Bereich von Slots betrieben haben sollen. Die beteiligten Steuerfahnder und Polizeikräfte setzten die Aktion um, während ein Haftbefehl vollstreckt, Luxusfahrzeuge sichergestellt sowie Bankkonten eingefroren und weitere Vermögenswerte in Höhe von rund 82 Millionen Euro gesichert wurden.

Details zu den ermittelten Wettumsätzen und Steuerverdacht

Die Ermittlungen ergaben, dass die betroffenen Dienste bis Ende 2023 Wetteinsätze in Höhe von etwa 5,86 Milliarden Euro abgewickelt haben sollen, wobei für das Jahr 2024 ein mutmaßlicher Steuerausfall von rund 77,6 Millionen Euro im Raum steht. Die Behörden stützten sich dabei auf Daten, die im Rahmen der GGL-Aktivitätsberichte 2025 mit Bezug auf die Zahlen von 2024 erhoben wurden, und verknüpften diese mit den laufenden Untersuchungen zu ungenehmigten Plattformen. Die koordinierten Schritte führten dazu, dass Vermögenssperren in der genannten Gesamthöhe verhängt wurden, während die fünf Beschuldigten mit den Vorwürfen des Betriebs unerlaubter Glücksspielangebote sowie damit verbundener Steuervergehen konfrontiert sind.

Reaktionen aus der Glücksspielbranche

Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) und der Deutsche Online-Casino-Verband (DOCV) äußerten sich zu den Vorgängen und forderten eine Überprüfung der offiziellen Schätzungen zum Schwarzmarktvolumen sowie eine Beschleunigung der laufenden Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags. Diese Stellungnahmen erfolgten im direkten Anschluss an die Bekanntgabe der Ermittlungsergebnisse und bezogen sich auf die Notwendigkeit, bestehende Marktanalysen anhand der neuen Erkenntnisse anzupassen. Die Verbände verwiesen dabei auf die Bedeutung aktueller Daten für die weitere Regulierung, ohne dabei eigene Bewertungen vorzunehmen.

Sicherstellung von Vermögenswerten bei Ermittlungen zu Online-Glücksspiel

Rechtlicher Rahmen und laufende Vertragsprüfung

Der Glücksspielstaatsvertrag sieht seit seiner letzten Anpassung eine umfassende Bewertung bis Ende 2026 vor, wobei die aktuellen Ermittlungen in Frankfurt und den umliegenden Regionen als ein weiterer Baustein in diese Prüfung einfließen. Behörden und Verbände arbeiten parallel an der Fortschreibung der Regelungen, während die GGL als Aufsichtsbehörde ihre Aktivitäten auf Basis der 2025er-Berichtsdaten fortsetzt. Die Sicherstellung der Vermögenswerte erfolgte im Einklang mit bestehenden Vorschriften zu Geldwäscheprävention und Steuererhebung, und die beteiligten Stellen dokumentierten sämtliche Schritte für die weiteren gerichtlichen Verfahren.

Auswirkungen auf die laufenden Verfahren

Die vollzogenen Maßnahmen umfassten neben den Durchsuchungen auch die Beschlagnahme von Fahrzeugen und die Kontosperrung, wodurch ein Gesamtbetrag von etwa 82 Millionen Euro gesichert werden konnte. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt koordinierte die Aktion mit Steuerfahndung und Polizei, um eine lückenlose Erfassung der Verdachtsmomente zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang wurden die fünf Personen mit den Vorwürfen konfrontiert, während die weiteren Ermittlungen auf die vollständige Aufklärung der Wettaktivitäten abzielen. Die Branche verfolgt diese Entwicklung aufmerksam, da die Ergebnisse in die laufende Überarbeitung des Staatsvertrags einfließen sollen.

Zusammenfassung der Ereignisse

Die Operation in Frankfurt, der Rhein-Main-Region und Köln markiert einen weiteren Schritt der Behörden im Umgang mit unzulässigen Online-Glücksspielangeboten, wobei die ermittelten Umsatzvolumina und die sich daraus ergebenden Steuerverdachtsmomente im Mittelpunkt stehen. Die Verbände DSWV und DOCV haben die Notwendigkeit einer aktualisierten Schwarzmarktanalyse betont, und die Prüfung des Glücksspielstaatsvertrags läuft planmäßig bis 2026 weiter. Alle beteiligten Stellen setzen ihre Arbeit auf Grundlage der vorliegenden Daten fort, während die gesicherten Vermögenswerte den rechtlichen Verfahren zur Verfügung stehen.